3 Hausmittel-Rezepte für den Hund

 

Hausmittel klingt ja erstmal altbacken und altmodisch, aber sie haben einen großen Vorteil: Sie funktionieren. Oftmals schon zu Großmutters Zeiten entwickelt, als es noch nicht die Vorteile der heutigen Medizin gab, sind es einfache und unkompliziert zuzubereitende Rezepte. 3 davon will ich euch heute vorstellen.

  1. Moro´sche Möhrensuppe gegen Durchfall
  2. Knochenbrühe (der Powerbooster für den Hund)
  3. die goldene Paste (hat viele positive Eigenschaften)

 

 

1. Moro'sche Möhrensuppe

Benannt wurde die Suppe nach dem Heidelberger Kinderarzt Ernst Moro, der sie im Jahr 1908 erstmals im Kinderkrankenhaus in Heidelberg erfolgreich einsetzte, um die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit durch Durchfälle zu senken.

 

Lange wurde die Suppe als natürliches Antibiotikum eingesetzt, bis sie nach der Entdeckung des Penicillins und der weiteren Entwicklung der Antibiotika ein wenig in Vergessenheit geriet.

 

Wirkungsweise der Suppe

Das Wichtigste bei der Zubereitung der Suppe ist die Kochzeit von mind. 1-2 Std. Hierbei entstehen kleine Zuckermoleküle, die sogenannten Oligosaccharide. Diese ähneln den Rezeptoren in der Darmschleimhaut, an denen sich Bakterien und Viren anheften können und somit zu Durchfällen führen können.

Wird nun die Moro´sche Suppe gefüttert, gelangen diese guten Oligosaccharide in den Darm und Bakterien und Viren binden sich nicht an die Rezeptoren der Darmschleimhaut sondern fälschlicherweise an die Oligsaccharide und werden mit diesen zusammen wieder ausgeschieden.

 

Zubereitung und Fütterungsempfehlung

  • 500g Möhren
  • 1l Wasser
  • 1Tl Salz

Die Möhren schälen und in grobe Stücke schneiden. In einen Topf geben und mit dem Wasser bedecken. Bei moderater Hitze mind. 1-2 Std. leicht vor sich hin köcheln lassen.

Nun mit dem Pürierstab alles zu einem Brei pürieren. Wieder auf 1l Wasser auffüllen und das Salz hinzufügen. Abkühlen lassen und dem Hund 3 - 4 Mal am Tag kleine Portionen anbieten.

 

Um die Akzeptanz zu erhöhen, kann man ein paar Stücke gekochtes Hühnchen hinzufügen. Oder ein wenig der Knochenbrühe (s. Punkt 2.)

 

Nach 1-2 Tagen sollte sich eine Besserung einstellen, ansonsten ist eine Vorstellung beim Tierarzt dringend empfohlen.

 

2. Knochensuppe

Neumodern kann man die Knochenbrühe als Superfood für den Hund bezeichnen. Sie ist reich an Mineralien, wie Kalzium und Magnesium. Ebenso enthält sie Gelantine, Chondroitinsulfat, Glykosaminoglykane und viele Aminosäuren, die Bausteine der Proteine. Durch ihre vielfältigen Inhaltsstoffe ist sie gut für die Gelenke, das Verdauungssystem und den Mineralienhaushalt. Sie kann bei mäkeligen Hunden eingesetzt werden, um die Akzeptanz des Futters zu erhöhen.

 

Wirkungsweise

Glykosaminoglykane, Gelatine und die Aminosäure Glycin sind wichtige Bausteine für Knorpel, Bänder und Sehnen. Durch ihren hohen Gehalt dieser Bausteine ist die Knochenbrühe sehr gut für Hunde mit Gelenkproblemen geeignet.

Die Gelatine hat ebenso positive Wirkung auf den Darm. Durch schlechte Ernährung kann es zu kleinen Löchern in der Darmschleimhaut kommen, durch die Bakterien und unerwünschte Stoffe in die Blutbahn gelangen können. Hieraus können Allergien oder auch Autoimmunerkrankungen entstehen. Gelatine legt sich wie ein Film auf die Darmschleimhaut und verschließt diese Löcher, so dass der Darm sich wieder erholen kann.

Der hohe Gehalt an Aminosäuren, insbesondere Glycin, wirkt wie ein Booster für den Stoffwechsel. Glycin ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt und wirkt sich somit positiv auf die Gesundheit des Hundes aus.

 

Zubereitung und Fütterungsempfehlung

  • Knochen
  • Wasser
  • Essig
  • und viel Zeit!!

Der Essig sorgt dafür, dass sich die Mineralstoffe besser aus den Knochen lösen. Damit sich alle Aminosäuren und Mineralstoffe aus dem Knochen lösen braucht man mind. 10-24Std. Zeit.

Als Knochen eignen sich sowohl Rinder-, als auch Geflügelknochen. Es sollten sowohl Röhrenknochen, als auch Knochen mit Gelenk und Knorpel enthalten sein. Gut sind auch fleischige Knochen, so dass man das abgekochte Fleisch dem Hund als Leckerchen geben kann.

 

Auf keinen Fall die gekochten Knochen füttern, dass kann zu gefährlichen Verletzungen führen!!!

  • Knochen in einen Topf geben
  • mit Wasser bedecken
  • 1 Schuss Essig zugeben
  • mind. 10-24Std. leicht köcheln lassen

Es entsteht eine gelantöse Suppe, die man auch gut einfrieren kann. Leicht aufgewärmt ist es im Winter eine Wohltat für den Hund. Im Sommer kann man sie gut im gefrorenen Zustand als Hundeeis geben.

 

 

3. Die goldene Paste

In letzter Zeit kursiert in den sozialen Medien das aryuvedische Heilrezept der „goldenen Milch“. Die goldene Paste ist aus diesem Rezept vom US-amerikanischen Tierarzt Dr. Doug English für den Hund abgewandelt worden. Die Hauptbestandteilen sind Kurkuma, Kokosöl und Pfeffer.

 

Wirkungsweise

Kurkuma enthält das Kurkumin, welches viele positive Eigenschaften aufweist. Es ist entzündungshemmend, schmerzlindernd, antioxidativ, antibakteriell, entgiftend, kann Allergien lindern und hat positve Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.

Der Nachteil des Kurkumins ist seine geringe Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass es vom Darm schlecht aufgenommen wird und in der Leber schnell wieder abgebaut wird. Durch den Zusatzt von frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, kann man die Bioverfügbarkeit erhöhen. Das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin sorgt für eine bessere Aufnahme im Darm und verlangsamt die Verstoffwechselung in der Leber.

 

Das in der Paste enthaltene Kokosöl sorgt auf der einen Seite ebenso für eine bessere Resorption des Kurkumin, da dieses fettlöslich ist. Ebenso besteht Kokosöl zu 50% aus der Fettsäure Laurinsäure. Diese ist für ihre antibakterielle und auch wurmwidrige Wirkungsweise bekannt. Ebenso ist es ein schneller Energielieferant.

 

Zubereitung und Dosierung

  • 50g Bio-Kurkuma
  • 250ml Wasser
  • 50g Kokosöl
  • frisch gemahlener Pfeffer

Das Kurkuma mit dem Wasser in einem Topf erhitzen. Für 5-10min köcheln (nicht brodelnd kochen!!) bis eine zähe Paste entsteht. Vom Herd nehmen, das Kokosöl und 1/2 TL frisch gemahlenen Pfeffer zufügen.

Abkühlen lassen, in ein Schraubglas abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält es sich ca. 2 Wochen.

 

Die Gabe kann kurweise erfolgen. Kleine bis mittelgroße Hunde 1/4-1/2 TL pro Tag. Große Hunde können bis zu 1 TL unters Futter gemischt bekommen.

 

 

Gutes Gelingen!

 

Melanie Ebel 

 

Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen

und Trainerin in Ausbildung