Mantrailing als Beschäftigung für Jederhund

Mantrailing ist eine Form der Spurensuche, bei welcher der Hund ausschließlich den Individualgeruch der Zielperson aufnimmt und verfolgt. Dabei können wirklich lange Strecken von mehreren Kilometern ausgearbeitet werden, hinweg über alle möglichen Untergründe (Waldwege, betonierte Strassen, Brücken, Einkaufspassagen, Parks, etc.). 

 

Der suchende Hund muss sich enorm konzentrieren um die Zielperson zu finden, welche dann einen Jackpot (sehr leckeres Futter) für ihn parat hält, sobald er fündig geworden ist.

 

Mantrailing eignet sich im Grunde für jede Rasse. Einmal hatte ich sogar eine englische Bulldogge in der Gruppe, die zielsicher auf dem Trail unterwegs war. Das Niveau des Trails kann auf jedes Mensch-Hund-Team individuell zugeschnitten werden. Aus diesem Grund habe ich in meinem Gruppen immer gerne Einsteiger und Profis vereint. 

 

Wie mantrailing ursprünglich abläuft

Meist trifft man sich in Gruppen mit bis zu 6 Mensch-Hund-Teams. Dabei warten alle Hunde geduldig im Auto, bis sie dran sind. Der Trainer geht mit dem Runner (Zielperson) eine Strecke (Trail) ab und "versteckt" den Runner. Dann läuft der Trainer den selben Weg zurück zum Mensch-Hund-Team, welches nun dran ist. Der Hund bekommt eine Geruchsprobe des Runners und ein Startsignal und die Suche kann beginnen. Der Hund erschnüffelt sich die zuvor gelaufene Strecke. Ziel ist es, dass der Mensch so gut wie gar nicht hilft (auch nicht unabsichtlich) und sich komplett auf seinen Hund verläßt. Diesen kann er nach einer Weile des Trainings sehr gut lesen und erkennt, ob sein Hund noch sicher auf dem Trail ist oder schon eine Abzweigung verpasst hat. Dann hilft er dem Hund, so wenig wie möglich. 

Dieser Ablauf kann schon mal bis zu 4-5 Stunden pro Trainingseinheit dauern, wobei der eigene Hunde idR. zweimal zum Suchen aus dem Auto geholt wird. Effektiv sind das 20-30 Minuten Training für den Hund, der Rest ist Wartezeit.

 

Der etwas andere Ablauf in den Gruppen von HundGutAllesgut.de

Meine Gruppen bestehen aus maximal 4 Mensch-Hund-Teams. Eine Trainingseinheit dauert knapp 2 Stunden. Alle teilnehmenden Hunde sind IMMER mit dabei. Wir gehen quasi eine Runde spazieren und unterwegs verstecken wir uns gegenseitig. Es gibt so KEINE WARTEZEITEN für den Hund alleine im Auto. Die Hunde lernen sehr schnell zu unterscheiden, wann sie suchen sollen und wann sie den anderen Hund suchen lassen. Unsere Trails legen wir, in dem ein Mensch-Hund-Team weg geht und seine Geruchsprobe zurück lässt. Mittels Markierungen unterwegs oder einer Aufzeichnung mit der Mantrailing-App kennt mindestens der Trainer vor Beginn des Trails, die zuvor gelaufene Strecke. Die eigentliche Suche läuft genau wie bei den Profis ab. Das suchende Mensch-Hund-Team bestimmt den Weg und das Tempo. Alle anderen folgen in großzügigem Abstand. Nach dem Finden erhält auch hier der suchende Hund seinen Jackpot.

 

Warum ich es anders mache

Ich war auf der Suche nach eine wunderbaren Freizeitbeschäftigung für meinen Beagle und mich. Da ich berufsbedingt wenig Privatzeit mit meinem Hund verbringe, sollte so ein Kurs auch Quality-Time für uns sein. Ich schloss mich einer Gruppe an, die Mantrailing nach der altbewährten Methode trainiert. Ich war enttäuscht. Inklusive der Anfahrt war ich 6 Stunden unterwegs und verbrachte davon 15 Minuten mit meinem Hund. Das Suchen war klasse, aber das drum herum verfehlte massiv das von mir erklärte Ziel: Quality-Time!

 

Also trat ich nach 3 Versuchen aus dieser Gruppe wieder aus, besuchte anschließend verschiedene Seminare und Trainer aktiv mit meinem Hund, sprach mit Kollegen und entwickelte meine eigene Idee vom Ablauf einer Trainingseinheit. 

 

Seit mehreren Jahren biete ich regelmäßig Gruppen an, die immer ausgebucht sind, weil die Menschen es einfach genauso genießen wie ich, Zeit mit ihrem Hund zu verbringen und sich von seinen olfaktorischen Fähigkeiten begeistern zu lassen. Bei uns sind Familienangehörige und Freunde herzlichst Willkommen, da sie direkt als Runner fungieren dürfen und die Hunde somit immer wieder "neue Geruchsmuster" suchen können.

 

Kritiker meiner Idee des Ablaufs argumentieren, dass die Hunde in meinen Gruppen ja keine Erholungsphase haben und sie nie so hoch konzentriert und erfolgreich suchen würden, wie die klassischen Trailhunde. Naja, ich würde eh nie einen Ersteinsatz laufen und möglicherweise werden "meine" Hunde niemals Profis, aber diese Erwartungshaltung hat auch keiner meiner Teilnehmer. Die Hunde suchen sehr gut und sind hundemüde nach dem Training mit Frauchen oder/und Herrchen. Was will man mehr?

Wenn du noch mehr dazu erfahren möchtest, findet du hier einen sehr guten Buchtipp. Falls du im Ruhrgebiet wohnst und Lust auf unsere Mantrailing Gruppen hast, dann kannst du dich hier anmelden.

 

Benötigtes Equipment beim Mantrailing

 

Brustgeschirr Schleppleine & normale Leine Warnweste (Hund im Training)                 

Wasser für unterwegs                  

Geruchsprobe (Socken, Shirt, Handschuh, etc.) Zippbeutel für Geruchsprobe
hochwertige Leckerli Rucksack / Tasche (man braucht freie Hände)                               Handy (für die App)
Walkie Talkies Kreide oder anderes Hilfsmittel zum Markieren kleine Dosen für den Jackpott   
In der Dunkelheit: Beleuchtung für den Hund  Stirnlampe / Taschenlampe

 

 

Ich wünsche dir viel Erfolg auf euren Trails.

 

Herzliche Grüße

Daniela 

 

www.HundGutAllesGut.de

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