Der Hund aus dem Ausland

Wenn man einen Hund aus dem Auslands-Tierschutz adoptiert, verändert das ALLES für diesen Hund. Wobei ich gleich vorweg erwähnen möchte, dass nicht JEDER Hund, der ohne festen Wohnsitz lebt auch sofort "gerettet" werden muss.

 

Es gibt zahlreiche Vereine, Verbände und Privatpersonen, die mehr oder weniger gut in ihrem auserwählten Land Tierschutz aktiv betreiben. Alle meinen es gut! Aber nicht jeder macht es gut! 

 

Grundsätzlich macht mein Gedanke von Tierschutz nicht an Ländergrenzen halt. Wo Hilfe gebraucht wird, sollte man helfen! Aber Tierschutz im Sinne von: Wir holen die Hunde von der Strasse und packen ihn Deutschland in die Sozialbauwohnung im 16. Stock und wundern uns stark, wenn weder der Hund noch der neue Besitzer damit glücklich werden. Natürlich wird es Menschen geben, die jemanden kennen, der jemanden kennt, wo das perfekt auf diese Art geklappt hat. Aber viele Hunde, die frei auf der Strasse gelebt haben und sich erfolgreich "selbst versorgt" haben, sind möglicherweise mit der Enge in so einem Wohnkomplex überfordert. Haben panische Angst vor dem Fahrstuhl. Und möchten fremde Menschen einfach nur meiden oder verjagen, was schlicht und einfach dort nicht geht. 

 

 

Was ist nun "guter" Auslandstierschutz?

Die folgenden Kriterien machen guten Tierschutz im Ausland aus und du solltest deine erwählte Tierschutzorganisation dahingehend prüfen:

 

1. Vermittlungen mit Sinn und Verstand

 

Die Organisation sollte den Hund gut einschätzen und nur die Hunde, die auf der Strasse aus gesundheitlichen oder psychischen Gründen nicht überleben könnten, nach Deutschland importieren. Das setzt natürlich voraus, dass es vor Ort Fütterungsstellen gibt, an denen die freien Hunde regelmäßig mit Futter versorgt werden und auf Verletzungen kontrolliert und gegebenenfalls tierärztlich behandelt werden. 

Alternativ gibt es vor Ort private Tierheime / Tierauffangstationen, die von der Organisation unterstützt oder sogar geführt werden, welche die freien Hunde aufnimmt und sie dann nicht in winzige Zwinger einsperrt.

 

 

2. Nachhaltigkeit vor Ort bewirken

 

Eine gute Organisation versucht Behörden in dem jeweiligen Land zu überzeugen, selbstständig so gut es eben geht, Tierschutz zu betreiben. Sie unterstützt Kastrationsprojekte um der Flut von neuen Welpen (zukünftigen Strassenhunden) Herr zu werden. Sie macht "Werbung" und sensibilisiert die breite Bevölkerung für Tierschutz und Kastration.

 

 

3. Arbeit über Pflegestellen in Deutschland

 

Auslandstierschutz macht nur dann Sinn, wenn die Hunde hier in Deutschland in Pflegestellen untergebracht sind, die sich mit ihrem ganzen Wissen um die Neuankömmlinge kümmern und sie einschätzen lernen. Ein Hund der im Ausland mit 10 anderen Hunden in einem kleinen Zwinger eingesperrt war, kann in Deutschland gut und gerne deutlich machen, dass er nie wieder etwas mit anderen Hunden zu tun haben möchte. Eine gute Pflegestelle erkennt das und empfiehlt die Vermittlung als Einzelhund. 

 

Die Vermittlung direkt aus dem Lastwagen (idR. haben die Hunde dann 30 Stunden oder länger Transport hinter sich) direkt in unerfahrene Hände, halte ich für wenig sinnvoll. In meinem Traineralltag erlebe ich oft, dass bei solchen Vermittlungen, die Menschen zu große Erwartungen an den Hund haben (er soll sich bestensfalls direkt von dem aufgeregtem Kind der Familie überall streicheln und durch die Gegend tragen lassen). Diesen Erwartungen kann der Hund überhaupt nicht gerecht werden, verkündet das (meist durch knurren) und dann werde ich angerufen, damit ich sofort eine Patentlösung für den aggressiven Hund parat habe, sonst müsse er zum Wohle des Kindes weg. Tja, Pech für den Hund. Ist die Organisation zumindest jetzt anständig, nimmt sie den Hund zurück und versucht mittels Pflegestelle eine bessere Endstelle zu finden. Ist sie es nicht und lässt den Neuhundbesitzer hängen, landen diese Hunde häufig in deutschen Tierheimen und dann wird von Seiten des Inlandtierschutzes argumentiert, dass ausländische Tierschutzhunde alle Kapazitäten des Tierheims verbrauchen und man am besten den gesamten Import stoppe!

 

Die Schuld daran liegt beim Neuhundbesitzer: Dieser kann sich in Zeiten des Internets viel besser informieren und besser auf einen Auslandstierschutzhund einstellen. Aber genauso liegt die Schuld bei der schlechten Organisation des Tierschutzvereins. Wären sie achtsamer bei der Auswahl der Hunde, würden über Pflegestellen und Vorkontrollen arbeiten, könnte so manche schlechte Vermittlung vermieden werden und der richtige Hund könnte beim richtigen Menschen einziehen!

 

 

Augen auf beim Hunde-Kauf ;)

 

Herzliche Grüße

Daniela 

www.HundGutAllesGut.de

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